An Ostern feiern wir die Auferstehung Jesu. Sie ist nicht nur ein Wunder, sondern das entscheidende Ereignis, durch das Jesus uns den Weg zu Gott, dem Vater, freigemacht hat. In der Bibel lesen wir, wie der Tod Jesu zunächst wie ein Scheitern wirkt, das Ende eines Weges, der so viel Hoffnung geweckt hat. Doch gerade dort, wo alles verloren scheint, geschieht genau das, was kein Mensch erwarten konnte: Gott bestätigt Jesus, seinen Sohn, indem er ihn aus dem Grab ruft und damit zeigt, dass seine Liebe stärker ist als jede Macht der Welt.

Die Auferstehung ist deshalb mehr als nur ein historisches Ereignis. Sie ist ein Wendepunkt. Jesus trägt in seinem Tod die Last der Welt und in seiner Auferstehung öffnet er uns den Zugang zu Gott neu. Die Trennung, die Sünde und Schuld geschaffen hatten, wird nun aufgehoben. In dem Moment, als Jesus den Jüngern erscheint, verstehen sie diese Befreiung. Durch ihn wird der Weg zu Gott dem Vater frei, der nicht fern und unnahbar ist, sondern seine Kinder sucht und annimmt. Ostern ist damit das Fest, das uns zusichert: Du darfst zu Gott kommen, weil Christus vorangegangen ist.
Staunen, aber auch unbändige Freude ergreift die Jünger, als Jesus plötzlich wieder unter ihnen ist. Die Bibel zeigt uns, wie aus Furcht Mut wird, aus Verzweiflung Jubel, aus verschlossenen Türen offene Herzen. Maria Magdalena erkennt ihn, als er sie anspricht. Die Emmausjünger spüren, wie ihr Herz brennt, als er mit ihnen redet. Die Jünger im Obergemach erleben, wie er mitten in ihre Angst tritt und ihnen Frieden zuspricht. Diese Freude kommt aus der Begegnung mit dem lebendigen Christus selbst.
Genau diese Freude gilt auch uns an Ostern. Sie ist nicht an eine Zeit oder einen Ort gebunden. Sie entsteht dort, wo Menschen begreifen, dass der Auferstandene nicht nur damals erschienen ist, sondern dass seine Gegenwart auch heute noch in unsere Herzen spricht. Ostern sagt uns: Du bist nicht allein. Du bist nicht verloren. Der Weg zu Gott ist offen, weil Jesus ihn geöffnet hat. Und die Freude, die die Jünger damals erfüllte, darf, ja sollte auch unser Leben heute durchziehen. Durch Jesu Auferstehung haben auch wir ewiges Leben empfangen. Er ist unser Licht, das selbst in dunklen Tagen nicht erlischt.