Kaum hat 2026 begonnen erscheint bereits der Knaller überhaupt in der christlichen Musik. Nach über 20 Jahren bringt die wohl legendärste christliche Rockband überhaupt ein neues Studioalbum auf den Markt. Petra ist zurück. Bereits vor drei Jahren feierten sie ihr 50-jähriges Jubiläum und nun erscheint das neue Album Hope – Hoffnung – und erfüllt uns mit dem gewohnten Petra-Sound und mit Texten die die Botschaft Christi bringen. Ein Muss für Christen, die den guten alten Classic Rock lieben.

Vor ein paar Jahren hat sich die klassische christliche Rockband Petra für eine spezielle Tour zum 50-jährigen Jubiläum wieder zusammengefunden. Dabei waren der Gründungsgitarrist und Songwriter Bob Hartman mit dem kraftvollen Sänger John Schlitt, ihr langjährigster Keyboarder John Lawry und eine Rhythmusgruppe, bestehend aus dem Bassisten Greg Bailey (der schon bei der ersten Auflösung der Band dabei war) und dem Schlagzeuger Christian Borneo. Als sie um die Welt reisten und ein Konzert nach dem anderen spielten, funkte es offenbar und sie beschlossen, ein neues Studioalbum zu schreiben und aufzunehmen. Als die Nachricht bekannt wurde, waren viele Fans überrascht. Seit ihrem letzten Studioalbum mit ausschließlich eigenem Material sind nun über 20 Jahre vergangen. Seitdem gab es mehrere Reunion-Tourneen mit verschiedenen Besetzungen der Band. Außerdem ein Album mit neu aufgenommenen Hits. Das war 2011: Back to the Rock. Aber im Laufe der Jahre verloren viele die Hoffnung, dass Petra jemals wieder ein komplett neues Album veröffentlichen würde. Das ist nun geschehen. Am 5. Januar kam es auf den Markt.
Es trägt den passenden Namen „Hope“ und bringt uns zehn nagelneue Songs, die ihr bereits beeindruckendes Repertoire ergänzen. Ihr letztes neues Album, „Jekyll & Hyde“ aus dem Jahr 2003, war eine Rückkehr zu den reduzierten Rockwurzeln der Band. Glücklicherweise sind der schwerere, knackigere Gitarrensound sowie der geschmeidige Bass und die wuchtigen Drums geblieben. Neu hinzugekommen ist diesmal Lawrys Synthesizer. Es gab Bedenken, ob die Band mit Keyboards ihren harten Sound beibehalten könnte. Es hat erstklassig funktioniert. Lawrys Synthesizer-Spiel erinnert an die frühen 90er Jahre, integriert aber auch modernere Elemente. Im Vergleich zu früheren Alben wirkt „Hope“ wie eine Mischung aus den früheren Alben „Jekyll & Hyde“ und „Wake-Up Call“. Außerdem gibt es Experimente mit Genres, mit denen sich Petra bisher noch nicht beschäftigt hat. „We Rejoice in Hope“ hat einen leicht pop-punkigen Sound. „Looking Back“ hat einen Beatles-artigen Bop in den Streichern. „Oxygen“ ist das gewagteste Experiment, das sich komplett in einen Reggae-inspirierten Track verwandelt. Für Petra ist es eine sehr ungewöhnliche Wahl, die sie aber wunderbar hinbekommen haben.
Die Fans freuten sich darauf, Petra wieder rocken zu hören, waren aber auch gespannt, was Bob Hartman nach 20 Jahren Schweigen zu sagen hat. Hope heißt das Album – auf deutsch: Hoffnung. Angesichts dieses Titels ist es nicht überraschend, dass sich das Thema Hoffnung durch die gesamte Trackliste zieht. Petra hat sich nie gescheut, Christus mutig zu verkünden, und am Ende des Albums wird dem Hörer klar, dass die Hoffnung, von der Petra singt, in Jesus verwurzelt ist. Die Songs „We Rejoice in Hope”, „Deliver Us” und „Miracle Maker” sind beste Beweise dafür. Hartman hat sich auch nie gescheut, den Hörer herauszufordern. „Filthy Lucre” ist der mutigste Titel, der die Gier unserer Kultur kritisiert. „Skin in the Game“ nutzt das Beispiel des selbstlosen Opfers Christi, um Christen dazu aufzufordern, ebenfalls bereit zu sein, Opfer zu bringen. Natürlich gibt es auch ermutigende Songs für Gläubige. „Kiss the Coals“ und „Thorns“ rufen zu einem heiligen Leben auf, während „There Will Still Be a Dawn“ eine radiotaugliche Ballade ist, die den Hörer ermutigt, die Nacht durchzustehen. Da Hartman für die Texte verantwortlich ist, haben die Songs eine inhärente Qualität.
Wenn man die Erwartungen an dieses Album betrachtet, ist das obere Ende ein weiteres großartiges Album auf Augenhöhe mit Beyond Belief oder sogar Jekyll & Hyde. Das untere Ende wäre vergleichbar mit Double Take oder Revival. Hope liegt irgendwo in der Mitte dieses Spektrums. Ich habe seinen Sound vorhin mit Wake-Up Call verglichen, und ich denke, insgesamt sind die Alben ähnlich. Wake-Up Call hat einige der besten musikalischen Arrangements in Petras Diskografie, während die Texte etwas langweiliger wirken. Hope ist ein ähnlicher Mix. Das macht es allerdings keineswegs zu einem mittelmäßigen Album. Diese Songs sind nämlich Ohrwürmer, die einem noch lange nach dem Hören im Kopf herumschwirren. Beeindruckend ist auch, wie sehr Hartman und Co. bereit waren, mit ihrem Sound zu experimentieren und neue Dinge auszuprobieren. Sie hätten sich leicht auf ihren Lorbeeren ausruhen und ein weiteres Jekyll & Hyde oder einen Rückgriff auf ihren Sound der späten 80er/frühen 90er produzieren können. Stattdessen machten sie weiter, als gäbe es keine 20-jährige Pause zwischen den Alben. Das spricht für den künstlerischen Anspruch, den Hartman seit 50 Jahren an die Band stellt. Vergleicht man „Hope“ mit Alben, die andere traditionsreiche christliche Rockbands kürzlich veröffentlicht haben, ist Petra der klare Sieger. „Hope“ ist ein weiterer solider Beitrag zum legendären Katalog von Petra.
Es ist schon beeindruckend: Seit über 50 Jahren rockt die Formation Petra im Namen von Jesus. Sie waren die Pioniere schlechthin, die christliche Botschaft und die Rockmusik überhaupt zusammengebracht haben. Für das, was für uns heute ganz normal ist, haben sie den Weg bereitet. Dazu mussten sie auf ihrem Weg viel Kritik und Angriffe in Kauf nehmen. Und doch haben sie seit Jahrzehnten treue Fans in der ganzen Welt, die Petras melodiösen Classic Rock Stil und ihre klaren christlichen Texte lieben. Zu den vielen Knüppeln, die ihnen zwischen die Beine geworfen wurden schreiben Petra eine kurze, aber treffende Abhandlung auf ihrer Website. Da steht, auf deutsch übersetzt:
„Erst sagten sie ihnen, du kannst nicht Rockmusik machen und Christ sein. Dann sagten sie ihnen, du kannst nicht Rockmusik für den den Herrn machen. Dann sagten sie ihnen, dass diejenigen, die sich durch sie bekehrt haben, nicht echt gerettet sind. Dann sagten sie ihnen, dass Rockmusik in den Kirchen niemals beliebt sein würde. Dann sagten sie ihnen, Rockmusik sei niemals tauglich für Lobpreis.
Jetzt, nach 50 Jahren stellt sich die Frage: Was wussten sie, was Gott nicht wusste?“
Viele Christen in der Öffentlichkeit kamen und sind wieder weg, doch Petra gibt es auch nach über 50 Jahren noch. Gott hat sie auf vielfältige Weise benutzt, zum Segen vieler.
